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Alexander
Klengels Sohn August Alexander Radierung von Carl Vogel von Vogelstein
 

Doch zurück zu seinem Vater Johann Christian. Die erfolgreichsten Jahre im Schaffen Klengels werden begleitet von bedeutenden politischen Ereignissen. Auch das Heimatdorf Klengels in nächster Nähe der Hauptstadt bleibt davon nicht unberührt. Von Kesselsdorf heißt es 1806, also in der Zeit der Napoleonischen Krieg, „...war bey dem Durchmarsch der Bayrischen Truppen eine sehr große Noth, indem man nicht nur wegen der Einquartierung viel geben mußte, sondern auch alle, welche durchmarschierten, sehr vieles verlangten und requirierten.“ Für Klengel schlagen sich diese Vorgänge vermutlich ebenfalls wirtschaftlich nieder. 

Wohnhaus
Klengels Wohnhaus in der Langen Gasse in Dresden Zeichnung (1832) von Traugott Faber (1786-1863) Kunstsammlungen Weimar

 

Im Frühjahr 1815 besucht ihn der junge Arzt und Malereiliebhaber Carl Gustav Carus (1789-1863) in seiner Wohnung auf der Langen Gasse 310 vor dem Pirnaischen Tor. Er findet ihn alt und von der Gicht zusammengezogen, eingewickelt in einen schmutzigen alten Schafspelz. Im Munde hat er eine vieljährige, rauchgeschwärzte Tabakspfeife, „welche dem ersten besten Fuhrmann mehr geeignet gewesen wäre, als einem Professor der Kunstakademie.“ Klengel malt gerade an seinem später berühmt gewordenen großen Bild „Kartoffelernte“. Carus bewundert die feine Fühlung des Alten für Farben und Luftton. Mit Vergnügen sieht er, „in welchem Grade der Maler die eigenen Farbbrechungen auf diesen weitgestreckten Feldern und den zarten Duft der Fernen ganz in der eigentümlichen Weise gerade dieses Elbtales wiedergegeben hat.“
Auf Betreiben des neuen Generaldirektors Graf Vitzthum v. Eckstädt (1770 - 1832) wird Johann Christian Klengel durch Reskript v. 4. Dezember 1816 zum Ordentlichen Professor ernannt. Im März 1818 stirbt Christian Klengels Frau Maria Rebecca und wird auf dem Eliasfriedhof beigesetzt. Die Tochter Emilie wohnt weiterhin mit dem Vater in der Langen Gasse 310 (später Zinzendorfstraße), August Alexander nicht weit entfernt in der Donaischen Gasse 7. In seinen Altersschöpfungen bevorzugt der Maler jetzt Darstellungen aus dem Alltagsleben der Landbewohner, wie die Heu-, Kartoffel- oder Kornernte und die Arbeit im Stall. Er kehrt also in das Milieu zurück, dem er entstammte. In den Sommermonaten mietet er sich oftmals mehrere Wochen am Ende des Plauenschen Grundes, im romantisch gelegenen Tharandt ein, um so viel wie möglich in der Betrachtung der Natur zu zeichnen und malen. 1819 ist Klengel in der Dresdner Kunstausstellung mit neun Bildern vertreten, unter ihnen die vom Fürsten v. Baratinsky erworbene „Kartoffelernte“ und die „Dorfschule“, angekauft von Herzog August von Gotha. Im Jahre 1820 stellt er wiederum sieben Bilder aus. Er ist noch immer gefragt und gilt jetzt als einer der berühmtesten Landschaftsmaler Deutschlands. In einer Diskussion mit Carus äußert er: „Was wollen Sie. Die Landschaft hat ja doch nur zwei Zielpunkte: der eine ist Ruysdael, der andere Claude! Man muß den einen oder den anderen Weg gehen! Entweder die reine Natur oder das Ideal - dazwischen liegt ja lauter Konfusion!“ Das ist seine künstlerische Überzeugung und davon wird er nicht abgehen. Den Holländer Ruysdael (1629-1682) und den Franzosen Claude Lorrain (1600-1682) hat er sein Leben lang studiert und diese beiden sind seine Leitsterne. Während manche Künstler der aufstrebenden nächsten Generation mit Klengel ins Gericht gehen und ihn mit harscher Kritik abtun, z. B. Ludwig Richter, hält sich der Künstler, als dessen Vorläufer Klengel späterhin betrachtet werden kann, aus allen Diskussionen um den Altmeister heraus: Caspar David Friedrich (1774-1840). Von Berlin kommend, lehrt und schafft er seit 1817 an der Dresdner Kunstakademie. Er empfindet eine Orientierung nach Zingg und Klengel als legitim. Unermüdlich versucht Klengel tätig zu sein, aber Gicht, Asthma und eine auftretende Augenschwäche erschweren die Arbeit immer mehr. Noch acht Tage vor seinem Tode nimmt der Greis Retouchen an einem seiner großen, viel früher geschaffenen Gemälde vor, und da es die Witterung des anbrechenden Winters gestattet, läßt er sich eine Kuh in seinen Garten bringen, um am lebenden Modell einem Tierstück den letzten Schliff zu geben. Es sind seine letzten Arbeiten. Nach einwöchigem Krankenlager, gepflegt von der bei ihm lebenden unverheirateten Tochter Emilie, ebenfalls Malerin, stirbt Johann Christian Klengel am 19. Dezember 1824 abends 9 Uhr in seinem Haus in Dresden. Drei Tage später erfolgt die Beisetzung auf dem Elias-Friedhof. Man setzt zu seinem Gedenken am Grab eine große runde Sandsteinsäule, sie befindet sich noch heute dort.

Grab
Klengels Grabsäule auf dem Eliasfriedhof zu Dresden

 

Ein Leben für die Kunst hat sich vollendet, der Aufstieg eines Meisters und Neuerers der Malerei aus Armut und Existenzkampf zu Erfolg und Anerkennung - ein erfülltes Leben. Der Sohn eines bescheidenen Bauern hatte es bis zum Professor an einer der angesehensten Kunstakademien Deutschlands gebracht. Fleiß, Ausdauer und Begabung trugen ihre Früchte. Die künstlerische Bedeutung Klengels in der Landschaftsmalerei ist beträchtlich. Als Wortführer der entscheidenden Generation reinigte Klengel das Erbe Dietrichs, Belottos und Wagners durch eigene Kraft vom Konventionellen der Nachahmerschaft und bereitete damit den Romantikern den Weg, ohne jedoch deren Tendenzen noch folgen zu können. Seine Bedeutung liegt ferner in der Befreiung von der holländischen Tradition, aus der er selbst hervorgegangen war. Die Beurteilung der Klengelschen Werke aus der Sicht kompetenter Zeitgenossen fällt unterschiedlich aus. Während die Meinungen Quandts und Richters auf der negativen Seite liegen, vergißt C. D. Friedrich nicht Klengels Einfluß auf sein eigenes Schaffen, desgleichen Carus. Philipp Otto Runge nennt Klengel 1801 „einen unserer größten jetzt lebenden Landschaftsmaler“, und kein Geringerer als Goethe schätzte seine Arbeiten hoch ein und sammelte seine Stücke. Zahlreiche seiner Bilder sind schon zu Lebzeiten Klengels überallhin verkauft worden, doch der Verbleib vieler Bilder soll später noch mehr ins Dunkel treten, nachdem Emilie 1829 in Dresden den Nachlass versteigern lässt. Damit ist das Werk Johann Christian Klengels, das Resultat eines vierzigjährigen Künstlerschaffens, in alle Welt verstreut.
In deutschem Besitz befinden sich noch etwa 60 Gemälde. Sein radiertes Ouvre umfasst insgesamt über 200 Platten, eine von ihm herausgegebene Auswahl in Folio enthält 132 Blätter von 218 Platten. Ein großer Teil der Bilder hängt in den Galerien von Dresden, Berlin, Leipzig, Chemnitz, Gotha, Weimar, München, Stuttgart und Schwerin. Auch in Oslo, St. Petersburg und Prag ist Klengel vertreten. Als Mittler zwischen der holländisch beeinflussten, klassischen Dresdner Landschaftsmalerei und der Romantik wird der Platz Johann Christian Klengels in der Reihe der großen deutschen Landschaftsmaler unumstritten bleiben.



Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 05 September 2006 )
 
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