Vereinslogo  
Heimatkreis Kesselsdorf
im Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.
Landesverein Logo
 
Hauptmenü
Startseite
Der Verein
Die Leute
Veranstaltungen
Kontakt
Impressum
Geschichte
Heimatstube
Das älteste Haus
Die Geschichte
Die Schlacht
Bährs Kirche
Christian Klengel
Allgemeines
Rundum
Ortsplan
Umgebung
Links
Werbung
i-net4fun.de - Webdesign zum kleinen Preis
 
Startseite arrow Christian Klengel
Christian Klengel - Seite 1
Beitragsinhalt
Seite 1
Seite 2
Seite 3
Seite 4

Landschaft
Römische Landschaft mit Äquadukt, Radierung, Dresden, Kupferstichkabinett

 

Im Jahre 1800 bekommt Johann Christian Klengel eine Lehrstelle für Landschaftsmalerei an der Dresdner Kunstakademie und per Reskript v. 1. März d. J. ernennt ihn der Kurfürst zum Außerordentlichen Professor. Das ist eine absolute Seltenheit, für einen Bauernsohn stellt dies zur damaligen Zeit einen enormen Aufstieg dar.
Gesundheitlich aber zeigen sich Probleme, immer stärker plagt ihn ein Asthmaleiden. Und immer wieder meldet der Künstler wirtschaftliche Sorgen an; er fürchtet gar, in Armut zu fallen. Im August 1803 genehmigt der Kurfürst endlich eine Honorarerhöhung. Klengel erhält 100 Taler Zuschlag und hat nunmehr jährlich 400 Taler gesichertes Einkommen. Die Klagen über die finanziellen Probleme des Künstlers sind aus heutiger Sicht kaum verständlich. Klengel ist auf der Höhe seines künstlerischen Schaffens. Seine ungewöhnlich hohe Produktivität läßt eine große Anzahl von Werken entstehen, die er über Jahre hinaus bei allen Ausstellungen in der Landeshauptstadt zeigt. Laut Zeitzeugen macht er keine schlechten Geschäfte, denn seine Stücke „...werden immer von der öffentlichen Kunstausstellung weg verkauft“ und seine Kunden sind in höchsten Kreisen zu finden, etwa der Kurfürst und spätere König von Sachsen, der König von Bayern, der russische Fürst Baratinsky oder Herzog August von Gotha. Klengel arbeitet unermüdlich mit Fleiß und Energie. Dabei geht er oft in die Natur und besitzt im „Baumschlag“ eine besondere Kunstfertigkeit, d.h. die möglichst detailgetreue Darstellung des Ast- und Blattwerkes, eine Technik, die er bei Adrian Zingg bestens studiert hat.

Kirche
Dorfkirche bei Plauen (Dresden), Öl auf Leinwand, Frankfurt/Main, Goethe-Museum

 

In besonderem Maße beschäftigt sich Klengel mit dem Studium der Lichteffekte im Wechsel der Tages- und Nachtzeiten. Im Jahre 1800 stellt er ein Bild aus, an dem er den Versuch unternimmt, die Scheibe der Sonne unmittelbar nach ihrem Aufgang malerisch festzuhalten, eine viel beachtete Novität. Auch entstehen Landschaften mit Mondschein und Abenddämmerung, oft staffiert, d. h. mit mythologischen Gestalten bestückt. Das alles ist neu, diese Malweise der Lichteffekte hatte so noch keiner angewendet. Klengel wird damit zum Vorläufer der romantischen Stilepoche. Erhebliche Ausgaben mag die Ausbildung von Klengels hoffnungsvollem Sohn August Alexander erfordert haben. Dem am 29. Juni 1782 Geborenen läßt der Vater eine gründliche Erziehung angedeihen, die seine starke musikalische Veranlagung fördern soll. Die Ausbildung August Alexanders zeitigt sehr gute Erfolge, so dass er mit 18 Jahren schon als konzertreifer Pianist gilt. Nach Konzertreisen mit dem Klaviervirtuosen und Komponisten Muzio Clementi (1752-1832) 1803 über Prag nach Wien, wo er mit Haydn in Verbindung tritt, geht August Alexander als gut besoldeter Klavierlehrer und Pianist für sechs Jahre nach St. Petersburg. In seiner Heimatstadt bietet sich schließlich eine Lebensstellung: 1817 bekommt er das Amt des 1. Organisten an der Katholischen Hofkirche in Dresden und darf somit den Titel „Hoforganist“ tragen. Der Musiker verläßt seine Heimatstadt später kaum noch. Als ein etwas wunderlicher, unverheirateter und weltfremder Hagestolz zieht er sich immer mehr von der musikalischen Welt, die er nicht mehr versteht, zurück. Als Pianist und Organist schätzte man sein „feinsinniges, vortreffliches, gebundenes Spiel in größter Vollendung im vierstimmigen Satz“, in der Komposition strebte er mit seinen „Canons und Fugen“ ein Gegenstück zu Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ an. Am 22. November 1852 stirbt August Alexander Klengel in Dresden. Mit ihm endet der Kesselsdorfer Zweig der Familie Klengel. 



Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 05 September 2006 )
 
| Sitemap | Kontakt |