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Sachsen - das Objekt der preußischen Begierde
Nun nähern wir uns langsam dem Ereignis, das unserem Dorf zu trauriger Popularität verhalf. Preußen-Friedrich, von seinen Siegen zunächst gesättigt, kehrte den Friedfertigen heraus und verordnete seinen Truppen Ruhe - obwohl er das reiche Kurfürstentum Sachsen, oder zumindest Teile davon, liebend gern in seinen Herrschaftsbereich eingegliedert hätte. Natürlich beäugte er argwöhnisch jedes Zucken seiner Gegner und hielt das eigene Pulver trocken. Er traute den Sachsen nicht über den Weg. Zu recht, wie sich bald erweisen sollte. Graf Brühl, der rachsüchtige sächsische Superminister, verstand es, seinem König August III. den am 10.September 1745 von Feldmarschall Herzog Johann Adolf II. von Sachsen-Weißenfels vorgelegten und später wieder verworfenen Plan zur Eroberung Berlins und zur Vernichtung der preußischen Armee in Schlesien aufs Neue schmackhaft zu machen. Österreich wollte bereitwillig mitspielen, und die russische Zarin Elisabeth, der Friedrich II. allmählich zu mächtig wurde, posaunte deutlich ihre Bündnistreue gegenüber Sachsen hinaus.Dass die Sache dann ziemlich anders lief als erhofft, lag an einem Blackout des geschwätzigen Brühl. Der hatte nämlich nichts Dümmeres zu tun, als die mit Graf Rutowsky im Oktober nochmals überarbeiteten geheimen Angriffspläne dem schwedischen Gesandten in Dresden, Graf Wulfwenstierna, netterweise zu offenbaren. War Brühl besoffen? Wir wissen es nicht. Der Schwede, bekennender Friedrich-Fan, eilte jedenfalls flugs nach Berlin, führte am 11.November ein Gespräch mit seinem dortigen Kollegen Rudenschölt - und schon war der König im Bilde. Der blieb kühl und handelte rasch. Den Sachsen zuvorkommen, lautete die Devise. Fürst Leopold, der "Alte Dessauer", lauerte in Halle auf den Abmarschbefehl, der Preußenkönig übernahm am 16.November das Kommando über seine Truppen in Schlesien. Nachdem ein Kontingent der mit Sachsen verbündeten Österreicher unter Prinz Karl die sächsische Grenze passiert hatte, war auch das letzte formale Hemmnis, die militärische Neutralität Sachsens, beseitigt. Friedrich sah die Stunde der Abrechnung gekommen und schlug am 23. November überraschend zu. Karl und seine Mannen rannten zurück nach Böhmen und der Preuße drehte seine Soldaten in Richtung Dresden um, während der 70-jährige Haudegen Leopold auf Befehl Friedrichs gegen die bei Leipzig konzentrierten sächsischen Truppenteile marschierte. Die Stadt fiel dem Fürsten am 30. November in die Hände, nun nahm er ebenfalls Dresden ins Visier, das er über Torgau, wo die Armee Proviant auffüllen konnte, und Meißen erreichen wollte.

 

Leopold
Fürst Leopold, der Triumphator von Kesselsdorf, verzieh dem König die Kränkungen vor der Schlacht nie mehr. Bis zum Tode des

 

Friedrich
Nach dem Sieg bei Kesselsdorf und dem Dresdner Frieden zurückgekehrt nach Berlin, wurde Friedrich II. erstmals


Friedrich II., damals im jugendlichen Alter von 34 Jahren, und der "Alte Dessauer" spannen bekanntlich keinen guten Faden miteinander. Das gereizte Verhältnis zeigte sich in diesen Tagen deutlich in einem deftigen Briefwechsel der beiden Herren, die von Vorwürfen und Drohungen seitens des Königs (der Alte marschierte ihm einfach zu gemächlich entgegen) und entrüsteten Reaktionen des tief verletzten Greises aus Dessau nur so wimmelten. Dies soll uns hier aber weniger interessieren und kann bei Artur Brabant genauer nachgelesen werden. Wir halten nur fest, dass Fürst Leopold am 12.Dezember Meißen kampflos eingenommen hatte. Der preußische König stand zu diesem Zeitpunkt mit seinem Korps bereits in Königsbrück, wohin er über Bautzen vorgedrungen war. Der Kurfürst mitsamt seiner Familie und der tapfere Premierminister Brühl hatten, vom unerwarteten Verlauf der Dinge verschreckt, bereits am 1.Dezember ihre Untertanen allein gelassen und sich durch rasche Flucht nach Prag gerettet. Von dort aus traktierten sie, nun wieder mutiger, den Oberbefehlshaber des sächsischen Heeres und nun auch Vorsitzenden des Geheimen Rates, Johann Adolf von Weißenfels, mit unsinnigen Angriffsbefehlen, obwohl der, die schlechte materielle Lage der Truppen realistisch einschätzend, eher zu Friedensverhandlungen mit dem Preußen bereit gewesen wäre. In tagelangen fruchtlosen Beratungen des Herzogs mit Rutowsky und anderen Mitgliedern des sächsischen Kriegsrates kam nichts anderes als die Erkenntnis heraus, wegen Verpflegungs- und Futtermangels lieber abzuwarten, bis der österreichische Verbündete Prinz Karl mit seinen Mannen herangerückt sei. Am 12. Dezember, dem Tag der Einnahme Meißens durch den "Alten Dessauer"; hatte er die Nase voll von Augusts und Brühls Attacken, schützte Krankheit vor und übergab den Oberbefehl an den Grafen Rutowsky. Zwei Tage später brach Fürst Leopold mit 30.000 Soldaten und 33 schweren Kanonen zur letzten Offensive gegen die Sachsen auf.

Johann Adolf
Johann Adolf II.(1685 - 1746), Herzog von Sachsen-Weißenfels

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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 03 September 2006 )
 
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