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Kriegsschauplatz Europa
Sie hatten viel zu tun in jenem Jahrhundert, sowohl die Ränkeschmiede an den europäischen Höfen als auch die Herren Generale. Ein Konflikt jagte den anderen, und wo die Diplomaten versagten, wurden die jeweiligen Landeskinder mit Kanonen und Musketen aufeinander gehetzt. Die blutigen Spiele um Macht und Einfluss in Europa begannen mit dem Nordischen Krieg (1700 - 1721), den Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen leichtfertig vom Zaune gebrochen hatte, um sich den Polen als erfolgreicher König präsentieren zu können. Schweden mit dem gerade 18 Jahre alten König Karl XII. sah sich außer mit Sachsen auch mit Rußland, Polen und Dänemark konfrontiert. Karl eilte zunächst von Sieg zu Sieg, zwang Dänemark zu einem Friedensvertrag, besiegte den Zaren Peter I. bei Narva, brachte Polen in seinen Besitz und den sächsischen Kurfürsten, August den Starken, mit dem Frieden von Altranstädt (24. September 1706) vorübergehend um seine polnische Königskrone.

 

August der Starke
August der Starke


 

Karl XII.
Karl XII.


Nachdem der Schwede 1709 bei Poltawa gegen den Zaren sein ganzes Heer verloren hatte, floh er in die Türkei und wiegelte die Türken 1711 zum Krieg gegen Rußland auf. Inzwischen fühlte sich der Sachsen-August mutig genug, sich mit Hilfe der Russen und Dänen wiederum des polnischen Throns zu bemächtigen. Der türkische Sultan schloß mit Rußland bald Frieden. Karl setzte ungeachtet eines mit dem Deutschen Kaiser vereinbarten Waffenstillstandes zwischen Dänemark, Preußen, Polen und den schwedischen Ständen den Krieg in Norddeutschland fort. Das wiederum ließen sich die Sachsen, Dänen und Preußen nicht gefallen und schlugen den Schweden wacker aufs Haupt - bis am 22. November 1714 Karl XII. erzürnt aus der Türkei herbeieilte und seine preußischen Gegner vertrieb (er hatte freilich mehr als einen Koch dabei). Neue Bündnisse des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I. mit Rußland, Sachsen und König Georg I. von England, der als Kurfürst von Hannover seine Herzogtümer Bremen und Verden sichern wollte, führten zur schwedischen Kapitulation von Stralsund (Dezember 1715) und Wismar (April 1716). Karl zog sich nach Schweden zurück, raffte aber eilends ein Heer von 20000 Mann zusammen und griff die Dänen in Norwegen an. Gleichzeitig nutzte er einen Zwiespalt im Lager seiner Gegner aus und begann Geheimverhandlungen mit Peter dem Großen. Da ereilte ihn am 11. Dezember 1718 vor Frederikshald das Soldatenschicksal, das heutzutage keinem Heerführer mehr widerfährt: Er fiel im Gefecht. Seine Schwester und Nachfolgerin, Ulrike Eleonore, brach die Gespräche mit dem Zaren ab und den Krieg gegen Rußland erneut vom Zaun, schloß aber mit Preußen, Hannover, Dänemark und Polen Frieden. Die Herrschaften tauschten untereinander einige Ländereien und Geldbeutel aus und dachten nicht weiter groß an ihre verheizten Soldaten. Indes schlugen die erzürnten Russen wieder zu, verwüsteten Teile des schwedischen Stammlandes und zwangen die Königin endlich zum Frieden von Nystad (10. September 1721), der ihnen auch das politische Übergewicht in Nordeuropa verlieh.

Damit endete der Nordische Krieg, dessen Ergebnis zwischenzeitlich ein bißchen Ruhe in die verworrenen Beziehungen zwischen den europäischen Herrscherhäusern brachte. Zuvor dominierte freilich, parallel zu den Vorgängen in Nordeuropa, auch in anderen europäischen Ländern hektisches diplomatisches und militärisches Treiben, nämlich im Spanischen Erbfolgekrieg (1701 - 1714). Der spanische König Karl II. († 1700), ein Habsburger, war kinderlos geblieben. Das brachte - schon zu seinen Lebzeiten - die kreuz und quer versippten und verschwägerten Erbschleicher vieler europäischer Fürstenhöfe auf den Plan. Ludwig XIV. von Frankreich, Kaiser Leopold I. und der bayerische Kurfürst Max Emanuel nebst jeweiligem Familienclan, dazu Holland, England und andere hatten das Hemd des Spaniers im Haager Teilungsvertrag vom 11. Oktober 1698 schon verteilt, selbstredend ohne dessen Zustimmung. Karl wurde darob böse und vermachte das gesamte Erbe seinem Großneffen Joseph Ferdinand, der allerdings das unverhoffte Glück nicht vertrug und rasch starb (1699). Nun waren alle Fragen wieder offen, die Besitzforderungen aller Seiten nahmen an Schärfe zu und das Verwandtschaftsklima in Europa verschlechterte sich rapide. Nach langem Ränkespiel siegte der französische Einfluß, was sich die anderen nicht bieten lassen wollten. Also Krieg! Spanien, Holland, Bayern, England, Portugal, Italien wurden Schauplätze des brutalen Gerangels. Sächsische Soldaten wurden an die Niederlande verkauft, um den immensen Geldbedarf des Landesherrn zu befriedigen. Die Land- und Seeschlachten sahen wechselnde Sieger. Die Preußen beteiligten sich übrigens auch an den Kämpfen dieses Krieges und zeichneten sich unter Führung des Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau, dem wir später noch begegnen werden, besonders in der Schlacht bei Turin (7. September 1706) aus, in der Prinz Eugen von Savoyen, im Dienste des Kaisers stehend, einen Sieg über das 80000 Mann starke Heer des Herzogs von Orléans erfocht. Am 13. April 1713 setzte der Utrechter Friede und im März 1714 der Frieden von Rastatt den Streitereien ein Ende. Philipp V., ein Enkel Ludwigs XIV. von Frankreich, besetzte den spanischen Thron. Sein österreichischer Gegenspieler, der Habsburger Karl, als Karl III. zuvor zum König von Spanien ausgerufen, ging leer aus, konnte sich aber immerhin mit der römisch-deutschen Kaiserkrone (1711) trösten, die er fortan als Karl.VI. trug.Turin Schlacht

 

Die Schlacht bei Turin 1706

 

 

Die nächsten Verwicklungen löste der Tod des sächsischen Kurfürsten aus, der als August II. König von Polen war. Der einstmals von Karl XII. eingesetzte, dann von August verdrängte und nun wieder Morgenluft witternde Stanislaw Leszczynski wurde von Frankreich als Nachfolger favorisiert, Rußland und Österreich hingegen unterstützten Augusts Sohn Friedrich August II., der am 5. Oktober 1733 als August III. zum König von Polen gewählt wurde. Der Polnische Thronfolgekrieg zwischen Österreich und Frankreich spielte sich bis 1735, allerdings mit geringer militärischer Energie, in Italien und Deutschland ab. 1738 wurde definitiv Frieden geschlossen und der Sachse als König bestätigt. Die Sächsisch-Polnische Union war damit für weitere 25 Jahre, bis zum Tod des Königs 1766, gerettet. Die sächsische Politik wurde in dieser Zeit zunehmend, sehr zum Nachteil des Landes, von Graf Heinrich von Brühl dominiert, einem machtsüchtigen Emporkömmling und Günstling des Königs, der es 1746 bis zu Augusts Premierminister brachte.Verständlich war Brühls Wunsch nach einer direkten Landverbindung zwischen Sachsen und Polen. Das hätte sowohl die wirtschaftliche Verkettung beider Länder erleichtert als auch die Gewalt der Wettiner über Polen auf Dauer festigen können. Damit geriet er freilich mitten in den Zank zwischen Österreich und Preußen. Für eine der beiden Parteien mußte er sich entscheiden. Der gewiefte Ränkeschmied schlug sich in diesem sowohl innerdeutschen als auch europäischen Zwist mal auf diese, mal auf die andere Seite - und setzte jedesmal aufs falsche Pferd.

August III
August III., König von Polen
 
 
Brühl
Heinrich Graf von Brühl

Das war die Zeit um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Am 20. Oktober 1740 starb der deutsche Kaiser Karl VI., ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen. Seine Nachfolge trat Maria Theresia an, laut dem Habsburger Hausgesetz von 1713, das die weibliche Erbfolge zuließ, um die Auflösung der Habsburgischen Erblande (zu denen Schlesien gehörte) zu verhindern. Bayern und Sachsen erkannten, im Gegensatz zu Preußen, schon damals die Pragmatische Sanktion nicht an und ein österreichischer Erbfolgekrieg rückte, den damaligen Gepflogenheiten in der europäischen Politik entsprechend, unerbittlich näher. Brühl setzte zunächst auf Österreich, das aber nach 1739 wenig Interesse zeigte, Sachsen einen Korridor durch Schlesien zuzuschanzen. Der vermeintliche Schöngeist Friedrich II. von Preußen, 1740 auf den Thron gelangt, entpuppte sich als skrupelloser Eroberer. Preußen setzte Österreich am 11. Dezember 1740 ein Ultimatum: Wenn es Schlesien abtreten würde, erkenne Friedrich die Pragmatische Sanktion an und würde Franz Stephan, den Gemahl Maria Theresias, bei der Kaiserwahl unterstützen und seine Truppen in den Dienst Österreichs stellen. Er wartete allerdings die Antwort Österreichs gar nicht erst ab, sondern ließ fünf Tage später erste Truppen nach Schlesien einmarschieren, um Maria Theresia dieses angeblich "urpreußische" Gebiet abzujagen, und brach damit den 1.Schlesischen Krieg vom Zaun. Bei Mollwitz kam es am 10. April 1741 zur ersten Schlacht. Der Preuße blieb siegreich, verlor aber dennoch das zuvor leicht eroberte Oberschlesien wieder. Sachsen stand auf der Seite der Habsburger, hatte aber noch nicht in die Kämpfe eingegriffen. Der erste sächsische Seitenwechsel erfolgte am 19. Oktober 1741, als sich August III. dem Bündnis Preußen/Frankreich/Bayern anschloß und damit in den Krieg gegen Österreich eintrat - gegen eine in Aussicht gestellte schlesische Landbrücke nach Polen. Die sächsischen Truppen (gemeinsam mit den Franzosen zunächst ca. 25000 Mann) befehligte der uneheliche Sohn von August dem Starken mit der Türkin Fatime, General Graf Friedrich August v. Rutowsky, dem wir später noch begegnen werden. Am 10. Februar begann der gemeinsame Feldzug preußischer und sächsischer Truppen, allerdings anders, als es sich die Sachsen vorgestellt hatten. Sie wurden von Friedrich an hoffnungslosen Fronten verheizt und litten Hunger, während die preußischen Verbündeten es sich bei rigorosen Plünderungen in Mähren gut gehen ließen. Anfang April erschien die militärische Lage trostlos, und Friedrich blies zum vorläufigen Rückzug aus Mähren. Das nächste Kampfgetümmel folgte aber bald. In der Schlacht von Chotusitz zog Österreich den Kürzeren und Maria Theresia mußte den Frieden zu Breslau hinnehmen, in dem Preußen u.a. Schlesien zugesprochen wurde. 

 
Friedrich II
König Friedrich II. von Preußen
Kaiserin Maria Theresia
Kaiserin Maria Theresia
 

Sachsen ging leer aus, Brühl war sauer und schloß ein neuerliches Bündnis mit Friedrichs Widersachern, wiederum gegen das Versprechen des freien Zugangs nach Polen. Nach viel diplomatischem Geschacher in und zwischen den verfeindeten Bündnissen war der Preußenkönig des unverbindlichen Geplappers in zwei Friedensjahren leid und fuhr wieder schweres Geschütz auf - mit seinem Überfall auf Böhmen im August 1744 löste er eine Kette von militärischen Auseinandersetzungen aus, die später 2.Schlesischer Krieg genannt wurde. Nach wechselndem Kriegsglück triumphierte Preußen schließlich in den Schlachten von Hohenfriedberg (4. Juni 1745) und Soor (30. September 1745), und beide Male bekamen natürlich auch die sächsischen Muschkoten gewaltig aufs Haupt.

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Letzte Aktualisierung ( Montag, 14 September 2009 )
 
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