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Heimatkreis Kesselsdorf
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Nach der Wiedervereinigung

Am 18. März 1990 fand in der DDR mit der ersten freien Volkskammerwahl gleichzeitig die letzte statt. Hauptgewinner war die CDU. In Kesselsdorf errang sie von 496 abgegebenen Stimmen 260. Bei den Kommunalwahlen am 6. Mai 1990 wurde Eberhard Werner (CDU) als Bürgermeister bestätigt - von 442 Stimmen entfielen 42,6 Prozent auf die CDU.
Auf Vermittlung eines ehemaligen Kesselsdorfer Einwohners besuchten Bürgermeister Werner und einige Gemeinderäte im Mai 1990 die im Landkreis Cham (Freistaat Bayern) gelegene Marktgemeinde Stamsried.Demo Zweck des Besuches war der Wunsch, die kommunale Selbstverwaltung einer bayrischen Gemeinde kennenzulernen. Daraus entwickelte sich ein offizieller Partnerschaftsvertrag zwischen beiden Gemeinden mit gegenseitigen Besuchen und einer Reihe gemeinsamer Aktivitäten (Ausstellungen u.a.) in den folgenden Jahren.Anläßlich des Dorffestes am 24. August 1990 erläuterten Gemeinderat und Projektanten aus Ost- und Westdeutschland den Plan einer umfassenden Veränderung des Ortes. Danach sollte auf Kesselsdorfs Fluren ein 140 Hektar großer Gewerbepark entstehen, für den bereits 40 Firmen Interesse gezeigt hatten, und gleichzeitig der Bau von 300 neuen Wohnungen in Siedlungs-, Reihen- und Einzelhäusern sowie eines Gemeindezentrums mit Markt, Rathaus und Einkaufsstätten in Angriff genommen werden. Die erwarteten 10.000 Arbeitsplätze konnten in der Folgezeit leider bei weitem nicht realisiert werden. Auch die damals ins Gespräch gekommene, notwendige, mehrfach geplante und von höchsten Stellen zugesagte Umgehungsstraße, die den Ort von dem unzumutbaren Verkehrsaufkommen der B 173 entlasten sollte, wurde bis heute mit unterschiedlichen Begründungen immer wieder hinausgeschoben und bleibt Anliegen einer Kesselsdorfer Bürgerinitiative.Biedenkopf+WernerAber der Wohnungsbau und das Gewerbegebiet, eines der ersten in Sachsen nach der politischen Wende und auch eines der größten, nahmen schon bald Gestalt an. Am 5.Oktober 1990, nur zwei Tage nach dem Anschluß der DDR an die Bundesrepublik Deutschland, gab der damalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf im Beisein von viel Prominenz mit dem ersten Bodenaushub durch eine Planierraupe das Startzeichen für den Baubeginn. Das Projekt war das größte Bauvorhaben im Kreis Freital. Das erforderliche Bauland war von 25 privaten Land-Eigentümern erworben worden, zum größten Teil ehemalige Kesselsdorfer Bauernfamilien.

 

Abb.: Im Jahre 2000, zehn Jahre nach dem ersten Bodenaushub im Gewerbegebiet Kesselsdorf, besuchte Ministerpräsident Biedenkopf zur Jubiläumsfeier wieder unser Dorf (auf dem Bild mit Bürgermeister Werner)

 

Mit dem Verkauf des Inventars löste sich am 31. Oktober 1990 der Gemeindeverband "23.Jahrestag der DDR - Grumbach" auf.
In einer öffentlichen Sitzung am 22. Oktober 1991 beschlossen die Gemeindevertretungen von Braunsdorf, Grumbach, Kesselsdorf und Pohrsdorf die Satzung des Abwasserverbandes "Obere Wilde Sau". Damit waren in den genannten Orten die Voraussetzungen für eine Abwasserbeseitigungsanlage des Zweckverbandes gegeben. Gleichzeitig beschloß man die Satzung des Wasserzweckverbandes "Braunsdorfer Höhe", die eine stabile Wassergewinnung, Trinkwasserversorgung und Trinkwasseraufbereitung der Mitgliedsgemeinden schaffen sollte. Der Einbindung Kesselsdorfs in die Trinkwasserversorgung stand nun nichts mehr im Wege. Ebenfalls im Oktober wurde das Agrochemische Zentrum (ACZ) Kesselsdorf in die Agrar-, Transport- und Service-GmbH (KATRAS) umgewandelt.
Am 1. Oktober 1992 erfolgte im Gewerbegebiet der erste symbolische Spatenstich für den Bau des Unternehmens "Dresden-Menü". Mit einem Aufwand von 17 Millionen DM entstand eine der modernsten Produktionsstätten für Gemeinschaftsverpflegung. Von hier aus werden täglich bis zu 30.000 warme Mittagessen an Kindertagesstätten, Schulen, Betriebe, Seniorenheime und Einzelabnehmer im Umkreis von rund 45 km ausgeliefert. Die Inbetriebnahme erfolgte am 1.Oktober 1993.
Am 5.Oktober 1992 beschloß der Gemeinderat den Bebauungsplan "Wohngebiet Oberhermsdorfer Straße Nord". Dabei wurde vor allem an junge Leute aus den Ortsteilen der Gemeinde gedacht, die die Möglichkeit erhalten sollten, kostengünstiges Bauland zu erwerben, um sich im Ort anzusiedeln.
Nach erfolgtem Anschluß von Gartenweg und Schulstraße bezog endlich jedes Grundstück in Kesselsdorf Wasser vom öffentlichen Netz!

Am 17. Dezember 1993 trat Kesselsdorf dem Gemeindeverband "Landberg" bei. Dieser Verwaltungsverband mit Sitz in Grumbach bildete den Zusammenschluß der Gemeinden Grumbach, Kesselsdorf, Mohorn und Pohrsdorf mit den zugehörigen Ortsteilen Oberhermsdorf, Kleinopitz, Braunsdorf, Grund und Herzogswalde. RathausMit 20 Millionen Mark Investitionsaufwand entstand im Gewerbegebiet das "Nutzfahrzeug-Center Kesselsdorf" der Mercedes-Benz Vertriebsgesellschaft mbH, wofür am 19. Januar 1994 der erste Spatenstich erfolgte. Am 21.Februar des gleichen Jahres fand die Gründungsversammlung des "Sportschützenvereins 1745 - Kesselsdorf e.V." statt. Die 26 Gründungsmitglieder wählten Herrn Gebhard zum Vorsitzenden.Mit dem Beginn des neuen Schuljahres am 7. August 1995 trat auch die Festlegung in Kraft, wonach die Kesselsdorfer Kinder bis zur 4. Klasse die Grundschule in Oberhermsdorf (Ortsteil der Gemeinde Kesselsdorf) besuchen.Am 18. April 1996 begann der Baggeraushub für das erste Wohnhaus im Neubaugebiet "Oberhermsdorfer Straße Nord". Am 8.Mai wurde nach vielen Jahren ein neuer Kirchenchor gegründet. Unter der Leitung der Wilsdruffer Kantorin Andrea Beck fanden sich aus dem gesamten Kesselsdorfer Kirchspiel Interessenten für das gottesdienstliche Singen. Gleichzeitig schloss man sich mit benachbarten Kirchgemeinden zusammen und bildete einen Chorvorstand, in dem je drei Mitglieder der Kirchenchöre Grumbach, Kesselsdorf und Wilsdruff vertreten waren.Am 26.Oktober 1996 fand auf dem neu angelegten Marktplatz die feierliche Einweihung des Rathauses statt. Die Grundsteinlegung war am 7. Juni des Vorjahres erfolgt. Nach der Eingemeindung Kesselsdorfs in die Stadt Wilsdruff ist der moderne Bau heute mehr oder weniger funktionslos.OrtseingangAls eine Ortsgruppe des "Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e.V." wurde am 14.Oktober 1997 von
18 Kesselsdorfer Bürgerinnen und Bürgern ein "Heimatkreis Kesselsdorf " gegründet. Zum Vorsitzenden wählte man Hans-Georg Dauterstedt.

Anläßlich der ersten urkundlichen Erwähnung Kesselsdorfs vor 775 Jahren fand am 9. Februar 1998 im Festsaal des neuen Rathauses eine Feierstunde statt, an der geladene Mitglieder der Staatsregierung und Gemeindevertreter teilnahmen.
Am 12. Februar 1998 beschloß der Gemeinderat den Bebauungsplan für das Wohngebiet "Oberhermsdorfer Straße Süd". Auf einem Gebiet von 3,8 ha wurden 59 Parzellen zu je ca. 450 m² an Interessenten zum Eigenheimbau abgegeben. Am 18. Mai wurde die Kesselsdorfer Postfiliale der Deutschen Post AG geschlossen. Am folgenden Tag nahm eine Postagentur im Schreib- und Papierwarengeschäft Jürgen Müller am Markt ihre Tätigkeit auf.Nach monatelangen Sanierungsarbeiten durch den Eigentümer und viele Mitglieder des Heimatvereins konnte am 18. Juni 1998 im alten Schulgebäude von 1782 die Heimatstube Kesselsdorf eröffnet werden, die inzwischen (seit 12. April 2003) im renovierten alten Kesselsdorfer Schulhaus von 1878 besichtigt werden kann. Am 12.Juli 1998 wurde der neu angelegte Sportplatz eingeweiht. Der Gemeinderat stimmte in einer öffentlichen Sitzung der infolge umfangreicher Verwaltungsreformen und damit verbundener Eingemeindungen unumgänglich gewordenen Auflösung des Gemeindeverbandes "Landberg" zu.In einem Festgottesdienst am 7. November 1999 führte Superintendent Stempel aus Meißen den neuen Pfarrer Volker Geisler aus Oelsnitz in sein Amt ein. Pfarrer Wolfgang Baetz, der die Gemeinde seit 1992 betreut hatte, wurde in den Ruhestand verabschiedet. Mit einer Einwohnerzahl von 3.180 ging Kesselsdorf in das Jahr 2000.Das Ende einer langen Geschichte: Nach einem Bürgerentscheid wurde Kesselsdorf am 1. August 2001 als Ortsteil in die Stadt Wilsdruff eingemeindet.

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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 03 September 2006 )
 
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