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Heimatkreis Kesselsdorf
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Startseite arrow Die Geschichte arrow 8. Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts
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Die komplizierte Situation, die nach Beendigung der Kampfhandlungen entstand und alle Lebensbereiche in den Ortschaften umfasste, musste vorerst von der Bevölkerung selbst und von der Roten Armee bewältigt werden. Es begann der Versuch eines demokratischen Wiederaufbaus im Lande. Ehemalige politisch inhaftierte SPD- und KPD-Mitglieder sowie junge, aufbauwillige Kräfte gingen daran, die Kriegsfolgen zu beseitigen. In allen wesentlichen Fragen lag jedoch die Entscheidungsgewalt bei den sowjetischen Besatzungbehörden. In Kesselsdorf versammelte der Kommunist Alfred Lange Gleichgesinnte um sich und bildete ein antifaschistisches Komitee, um das Leben wieder in einigermaßen geordnete Bahnen zu bringen. Dazu gehörten Max Kotzsch, Oswald Kotzsch, Arno Nestler und Max Richter. Als erster Bürgermeister wurde Max Richter eingesetzt. ArmbindeEr gehörte früher der SPD an und hatte einige Monate im Konzentrations- und Arbeitslager Hohnstein verbracht. Robert Grimmer, bis Kriegsende sein Vorgänger im Amt, leitete weiterhin das Standesamt Kesselsdorf. Der Ort gehörte jetzt zum Kommandanturbereich Wilsdruff, der etwa dem einstigen Amtsgerichtsbereich entsprachDie Kommandanturen selbst unterstanden bis zum 9.Juni 1945 den Armee- und Frontstäben der Roten Armee, danach gingen die Besatzungsfunktionen auf die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) über; für Sachsen speziell war eine SMAS zuständig.
Die Sicherung der Ernährung war anfangs eine örtliche Angelegenheit, bis später die neu aufgebauten Kreisverwaltungen ihre Arbeit aufnahmen. Zur Sicherung der Ernte vor Plünderungen durch hungernde Menschen wurden in den Dörfern Nachtwachen und Feldschutz eingerichtet. Der Einwohnerschaft Kesselsdorfs boten sich zunächst außer in den Landwirtschaftsbetrieben und bei den Handwerkern wenige Arbeitsmöglichkeiten. Die Leim produzierende Firma Brodersen beschäftigte etwa 30 Kesselsdorfer. Die Möglichkeiten in Freital kamen ebenfalls nur sehr langsam in Gang. Großen Anteil an der allmählichen Entwicklung eines normalen Lebens hatte durch ihre günstigen Beförderungsbedingungen die Kleinbahn.
Schon im Januar 1945 hatten Restaurierungsarbeiten an der St.-Katharinen-Kirche begonnen. Sie wurden nun unter der fachlichen Beratung des Dresdner Architekten Kießling fortgesetzt. Die durch herabfließendes Wasser stark beeinträchtigte Südmauer des Gotteshauses wurde trockengelegt, die alte Heizungsanlage mit dem baufälligen Schornstein abgebaut. Die häßliche graue Ölübermalung aus dem Jahre 1908 wurde durch Ablaugen mit Salmiakgeist entfernt, darunter kamen die alten Malereien, teilweise noch gut erhalten, wieder zum Vorschein. Sie wurden vom Dresdner Kunstmaler Trede mit der alten Kaseinfarbenmethode fachgerecht restauriert.

Am 1. Oktober 1945 wurde in Kesselsdorf der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Unter dem Vorsitz von Alfred Nicolai und den Vorstandsmitgliedern Arno Nestler, Arno Richter und Max Höhne wurde am 6. Juli 1946 die Sportgemeinschaft Kesselsdorf gegründet. Den Sportbetrieb eröffneten die Turner. Sie nutzten den Saal des Gasthofs "Zur Krone", da die Turnhalle wegen Kriegsschäden vorerst nicht verwendet werden konnte. Bald wurde auch Handball, Faustball, Schach und Tischtennis gespielt, später kamen Fußball, Billard, Kegeln und Volleyball hinzu. Ein Elferrat organisierte die jährlichen Faschingsveranstaltungen.

An der Kesselsdorfer Gemeindevertreterwahl am 1. September 1946 nahmen von 685 Wahlberechtigten 660 teil. 384 Stimmen wurden für die aus SPD und KPD entstandene Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) abgegeben, 276 Stimmen für ungültig erklärt. Als Bürgermeister war schon seit einiger Zeit Max Kotsch eingesetzt.

Nach der schon am 1. November 1945 erfolgten Amtsenthebung des politisch belasteten Pfarrers Johannes Roch wählte der Kirchenvorstand am 29. September 1946 einstimmig Wolfgang Stempel aus Liebenau/Erzgeb. zum neuen Pfarrer von Kesselsdorf. Die Renovierung der Kirche wurde 1947 aller Materialknappheit und anderen widrigen Umstände zum Trotz abgeschlossen.

1948 erlebte das kulturelle Leben im Dorf durch die Bildung einer Musikgruppe neuen Aufschwung. Günter Leuschner, ein Berufsmusiker, nahm etwa 15 Musikbegeisterte mit Akkordeon, Gitarre, Violine, Mandoline, Zither und Gesang unter seine Fittiche und gestaltete mit ihnen bunte Abendveranstaltungen im Saal des Gasthofs "Zur Krone" und in den Nachbarorten.



Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 03 September 2006 )
 
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