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Heimatkreis Kesselsdorf
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Startseite arrow Die Geschichte arrow 7. Von einem Weltkrieg zum anderen
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Die Schlachtfelder des 1.Weltkrieges lagen zwar weit entfernt von Kesselsdorf, aber der Krieg forderte natürlich auch von den Menschen unseres Ortes unbarmherzig seine Opfer. Die Armee des Königreiches Sachsen stand unter der Heeresleitung des Deutschen Kaisers. In den kommenden Jahren wurden alle wehrdienstfähigen Männer des Dorfes zum Kriegsdienst eingezogen. Viele von ihnen kehrten nicht zurück.
Am 31. Juli 1914 gegen 16 Uhr erschienen im Ort die ersten Extrablätter mit der Verkündung des Kriegszustandes. Am Tage darauf wurde die Mobilmachung befohlen. Auch in Kesselsdorf begannen die planmäßigen Durchführungsmaßnahmen. Am 3.August 7 Uhr begann auf dem Wilsdruffer Markt die Musterung der Pferde aus den umliegenden Dörfern. Den Bauern fiel der Abschied von ihren treuen Tieren schwer, und beim anschließenden Durchzug durch Kesselsdorf waren die Pferde des Bauern Pfützner kaum zu bewegen, an dem vertrauten Eingangstor des Heimathofes vorüber zu gehen. Der Militärverein stellte Wachtposten an den errichteten Straßensperren für Automobile auf - es könnten ja Spione drin sitzen.

Das leidige Wasserproblem beschäftigte auch zu Kriegsbeginn das Dorf. Noch immer mußten die Einwohner wie in alten Zeiten das Wasser aus dem in Dorfmitte gelegenen Gemeindebrunnen oft mehrere hundert Meter weit tragen oder in Fässern auf Handwagen schleppen. Das war besonders für die Bewohner des Kappelsberges anstrengend. Dort gab es keine privaten Brunnen, im Gegensatz zu einigen Gehöften, wo im Laufe der Jahre eigene Täufungen erfolgt waren. Aber auch diesmal verliefen alle Pläne im Sande.

Im Oktober 1914 erschien die erste Ausgabe des "Kesselsdorfer Kirchenblattes". Sie hatte gleich eine traurige Aufgabe zu erfüllen: die Bekanntmachung der ersten Kesselsdorfer Kriegstoten, der am 25. August gefallenen Friedrich Theodor Iltzsche, Leo Richard Otto und Oswald Max Neumann.

Bald wurden die Lebensmittel dank des anhaltenden Krieges immer knapper und mußten rationiert werden. Im Januar 1916 gab es in Kesselsdorf die ersten Lebensmittelkarten. Um den Wasserbedarf zu befriedigen, wurde der Gemeindebrunnen tiefer gegraben. Der Hunger unter der Bevölkerung führte im Juli 1916 zur Einrichtung einer "Kriegsvolksküche" im Gasthof "Zur Krone". Monatlich wurden an die minderbemittelten Einwohner 7500 Essensportionen im Wert von 30 Pfennigen für 20 Pfennige ausgegeben.
Der Krieg forderte in Kesselsdorf nicht nur viele unwiederbringliche menschliche Opfer, sondern ließ die Ortsgemeinschaft auch materiell bluten. Als Beispiel sei die Demontage von Buntmetall in der St.Katharinen-Kirche genannt. Am 30. April 1917 mußten für die Fortsetzung des Krieges 27 Zinn-Pfeifen der wertvollen Eule-Orgel von der Bautzener Herstellerfirma ausgebau und in Meißen abgeliefert werden. Das Material im Gewicht von 91,5 kg war der beauftragten Behörde 611,45 Mark wert. Wenig später, am 15.August, waren die Glocken dran. Nur die kleine Glocke verblieb der Gemeinde, die beiden anderen wurden von der Dresdner Firma Bierling auf dem Turm zerschlagen. Für 1530 kg Metall bekam die Pfarrgemeinde 5.590 Mark. Ein kleines Stück der mittleren Glocke mit dem Bild des Lammes und der Fahne blieb erhalten, kam ins Pfarrarchiv und kann noch heute besichtigt werden.

Nachdem der 1.Weltkrieg mit dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 und einer totalen Niederlage für das deutsche Kaiserreich beendet worden war, kehrten 25 von den eingezogenen Kesselsdorfer Männern nicht mehr in ihre Familien zurück. Sie waren einem sinnlosen Ziel geopfert worden. Das sind ihre Namen: Bruno Dienhold, Walter Friedrich, Willy Gerschner, Max Grafe, Kurt Hauptvogel,Willy Heinz, Max Heydrich, Theodor Iltzsche, Paul Jentzsch, Arthur Klügel, Paul Kotzsch, Max Mai, Bruno Neumann, Max Neumann, Richard Otto, Max Pietzsch, Otto Richter, Hermann Saupe, Arthur Scheibner, Nicolaus Schneider, Hugo Schönberg, Oscar Schönberg, Paul Schönberg, Arno Schramm, Alfred Werner.

 

Musizieren wird teuer 

Um die leere Gemeindekasse etwas aufzufüllen, beschloß der Gemeinderat 1920, eine "Musikinstrumentensteuer" einzuführen. Für ein Klavier sollten 75 Mark und für ein Grammophon 15 Mark im Jahr gezahlt werden. Gastwirte bekamen pro Klavier eine Ermäßigung von 50 Prozent. In seiner Sitzung am 21. Januar 1921 lehnte der Gemeinderat einen Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, diese Steuer wieder aufzuheben, mehrheitlich ab, worauf deren sechs Vertreter empört den Sitzungsraum verließen. Am 7. April 1921 wurde diese kuriose Steuer aber doch abgeschafft, da nach Ansicht der Amtshauptmannschaft kein zwingender Grund vorgelegen habe.

Für die regelmäßige Benutzung des Gemeindebrunnens sollte, so lautete eine Festlegung vom 20. Mai 1921, künftig eine Entschädigung gefordert werden. Danach mußten für einen Haushalt bis zu drei Personen jährlich 8 Mark, für größere Haushalte 12 Mark jährlich gezahlt werden. Der Brunnen wurde abgeschlossen. Jeder Hausbesitzer, der keinen eigenen Brunnen besaß, bekam einen Schlüssel ausgehändigt.



Letzte Aktualisierung ( Montag, 14 September 2009 )
 
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