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Heimatkreis Kesselsdorf
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Startseite arrow Die Geschichte arrow 4. Das Augusteische Zeitalter
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So bezeichnet die Geschichtsschreibung den Zeitraum, in dem Friedrich August I. und sein Sohn Friedrich August II. als Kurfürsten in Sachsen herrschten (1694-1733/1733-1763). Beide waren als August II. und August III. auch Könige von Polen. Einer glänzenden und teuren Hofhaltung und einem zeitweise durchaus hohen politischen Gewicht Sachsens in Europa standen Not und Elend der Bevölkerung durch nicht abreißende Kriegswirren und Mißwirtschaft gegenüber. Davon zeugt nicht zuletzt die Kesselsdorfer Chronik. 

Cholera und Blattern

Auch Epidemien forderten im Dorf ihre Opfer. 1709 starben an der gefürchteten Cholera, allgemein Durchfall genannt, 30 Gemeindemitglieder. 1716 ging eine Krankheit im Ort um, die Magen und Darm in Mitleidenschaft gezogen haben muß, sich bis zu sieben Jahren hinzog und als "Ziehende Krankheit" bekannt war. Die Ursache sah man "im dasigen Korne, drinnen viel Kornmütter". In Kesselsdorf starben 20 Menschen an dieser Krankheit, u.a. "...das achtjährige Söhnlein des Pächtermannes auf dem Schlösschen vor Dresden, das hier in Kesselsdorf zu Besuch weilte." Auch die oft tödlichen Blattern (Pocken) gingen in jener Zeit in der Gegend um und rissen Lücken in die Bevölkerung.LongoliusAm 1. November 1704 wurde in Kesselsdorf Paul Daniel Longolius geboren, der zu den bekanntesten Persönlichkeiten des Ortes im Laufe seiner Geschichte gezählt wird. Sein Großvater, der Kesselsdorfer Pfarrer Renatus Daniel Longolius, starb am 5.April 1718 nach 37 Amtsjahren und wurde wie sein Vorgänger Thomas Werckner in der Kirche "...zwischen Altar und Taufstein unter Begleitung seiner Kirchkinder und in Anwesenheit einer entsetzlichen Menge Volks" beerdigt. Sein Sohn Johann Daniel, Paul Daniels Vater, der ihm 17 Jahre lang als Substitut im Amt geholfen hatte, ging als Pastor nach Wallroda. Der neue Pfarrer, Gottlob Friedrich Peck, kam aus Glashütte. Er befaßte sich sofort mit der Restaurierung der Kirche, ließ das Dach abbrechen und den sog. Dachreiter entfernen. Am 15. November 1724 wurde ein größerer Umbau der Kirche beschlossen und dafür der Dresdner Ratszimmermeister George Bähr unter Kontrakt genommen.Unweit von Kesselsdorf, bei Potschappel, fanden in dieser Zeit zahlreiche Einwohner der Umgebung Arbeit im Steinkohlebergbau, der einen gewaltigen Aufschwung genommen hatte. Immer neue Schächte, besonders im Plauenschen Grund, wurden getäuft und forderten ihre Opfer. 1730 gab es eine Serie von Unfällen im Brendel-Schacht in Wurgwitz, wo auch viele Kesselsdorfer ihr Brot verdienten. 1744 suchte ein Großbrand das benachbarte Wilsdruff heim. Die umliegenden Ortschaften halfen solidarisch, wie sie nur konnten. Der Bauer Christian Hencker aus Kesselsdorf spendete den Geschädigten als erste Hilfe 30 Brote.Siegel
Ein Jahr später, am 15. Dezember 1745, stand Kesselsdorf urplötzlich im Mittelpunkt des europäischen Interesses. Auf seinen Fluren tobte die nach dem Ort benannte Schlacht zwischen Sachsen und Preußen, die Friedrich dem Großen einen grandiosen Sieg, den sächsischen Truppen eine verheerende Niederlage, Tausenden von Soldaten beider Seiten den Tod und den Kesselsdorfern einen zerstörten Ort bescherte. Am Abend der Schlacht starb abends acht Uhr im Pfarrhaus von Kesselsdorf der im Gefecht auf dem Wüsteberg tödlich verwundete sächsische Offizier Franz Kaspar von Pirch (1689-1745). Man beerdigte ihn in einer Gruft unter der an der Südseite der Kirche gelegenen sog. Braunsdorfer Loge. Pirch ist somit der letzte, der in dieser Kirche beigesetzt wurde. Seine Familie stiftete später einen Epitaph, der im gleichen Raum aufgestellt wurde.Aus dem gleichen Jahr 1745 stammt das älteste bekannte Siegel der Gemeinde Kesselsdorf, aufgefunden auf einer Urkunde im Sächsischen Staatsarchiv. Es zeigt - in der damaligen Zeit keine Seltenheit für ländliche Ortschaften - neben dem Namen Kesselsdorf eine spitz aufragende Pflugschar.KlengelAm 5. April 1751 wurde dem Bauern und gelernten Bierbrauer Johann Gottfried Klengel von seiner Frau Anna Rosina im Gut Nr.13 zu Kesselsdorf ein Junge geboren, den wir heute mit Fug und Recht den größten Sohn unseres Dorfes nennen: Johann Christian Klengel, der später einer der besten Landschaftsmaler seiner Zeit, Wegbereiter der Romantik in der deutschen Malerei und Professor an der Dresdner Kunstakademie wurde. Sein Name geriet zu Unrecht etwas in Vergessenheit. Der Heimatkreis Kesselsdorf will ein bißchen dazu beitragen, sein Leben und Werk wieder populärer zu machen und widmet ihm neben der Klengel-Schau in der Heimatstube auch ein gesondertes Kapitel auf seiner Web-Site.

 

 

 

 

 

 



Letzte Aktualisierung ( Montag, 14 September 2009 )
 
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