Vereinslogo  
Heimatkreis Kesselsdorf
im Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.
Landesverein Logo
 
Hauptmenü
Startseite
Der Verein
Die Leute
Veranstaltungen
Kontakt
Impressum
Geschichte
Heimatstube
Das älteste Haus
Die Geschichte
Die Schlacht
Bährs Kirche
Christian Klengel
Allgemeines
Rundum
Ortsplan
Umgebung
Links
Werbung
i-net4fun.de - Webdesign zum kleinen Preis
 
Startseite arrow Die Geschichte arrow 3. Die Freuden der Herren und das Leid der Untertanen
Das unendliche Leid, das der Krieg dem Volke brachte, hielt den kurfürstlichen Hof freilich nicht von seiner gewohnten Lebensweise ab. Dazu gehörte die Jagd. 1646 brachte der Kurfürst die Jagd des Hans von Schönberg auf dem Rittergut Wilsdruff in seine Hand. Hochwild, aber auch Bären, Wildschweine und Wölfe wurden in großer Zahl gehegt, um zu gegebener Zeit dem Herrscher vor die Büchse getrieben zu werden. Der Schaden, den auch die Kesselsdorfer Bauern dabei durch Rot- und Schwarzwild an Saat und Feldfrüchten erlitten, interessierte die hohen Herren nicht sonderlich. Sie durften zwar ihre Fluren mit Hecken, Planken, Gräben und Zäunen umgeben, doch war es verboten, die Wehren höher als drei Ellen anzulegen und mit Spitzen zu versehen.

Das Rotwild übersprang diese Hindernisse mit Leichtigkeit. In einem Bericht aus dem Jahre 1667 heißt es: "...Kesselsdorf ist das letzte von 37 Dörfern im Kurfürstlichen Gehege, das an der Freibergischen Landstraße lieget, und geht die Straßen mitten durch." An Hegesäulen in Kesselsdorf werden genannt: "1 steinerne Säule auf denn Kesselsdorfer und Kopacher (Kaufbacher) Feldern, 1hölzerne auf der Wilsdruffer straßen hinter Kesselsdorf, 1 hölzerne zwischen George Pietzschens Feldern und Kaufbacher Wesen, 1 steinerne an Hans Hörnigs Wiesen, 2 steinerne auf George Graupitzens Wiesen, 1 auf Andreas Ficklers Wiesen."

 

Die Pest in Kesselsdorf

WencknerDas Jahr 1680 brachte die aus Ungarn über Wien und Prag in die Dresdner Gegend eingeschleppte Pest auch nach Kesselsdorf und Umgebung. Besonders hart traf es Kleinopitz. In Kesselsdorf starben innerhalb von drei Monaten etwa 36 Menschen. In den Berichten ist u.a. von Georg Weise die Rede, der zuerst seine Frau verlor und binnen zwei Wochen selbst mitsamt seinen beiden Söhnen von der Seuche dahingerafft wurde. Die zahlreichen Toten des Dorfes begrub man im Garten oder auf dem Feld rasch und in aller Stille - ohne Leichenpredigt und Totenschmaus. Pfarrer Thomas Werckner verschloß wegen der großen Ansteckungsgefahr Pfarrgut und Pfarrhaus. Er berichtet, dass im Advent noch 21 Personen "peste infecti" gestorben seien.





Abb.: Thomas Werckner, 1654 - 1681 Pfarrer in Kesselsdorf

 

Die Schule in der Kritik

Am 29. April 1676 starb Schulmeister Erhard Schumann. Von ihm vermerkt die Chronik ein offenbar gestörtes Verhältnis zu den Dorfbewohnern. Als ihn die Visitatoren 1672 befragt hatten, beklagte er, dass die Bauern zu Kaufbach ihre Kinder zum Teil nach Unkersdorf zur Schule schickten und dass die Kinder allgemein fleißiger zur Schule gehalten werden müßten. Die Eingepfarrten hingegen verlangten, er möge mehr Fleiß auf die Kinder verwenden und dass er "nicht zu ofters ausreiße" (verreise). 

 

Abgabenlasten 

Über die Nöte der Bauern der hiesigen Gegend gibt eine Akte zu den Jagdfuhrlöhnen des Jahres 1684 Auskunft. Darin berichten die Bauern dem Kurfürsten Johann Georg III. (1680 - 1691), dass das Getreide durch "...totalen Wetterschaden mit darauffolgender langanhaltender Dürre, nicht den Samen mehr erlanget, daher nicht nur die schuldigen Opfer angewachsen, sondern auch durch ausborgen wir uns dergestalt befunden, daß es viele werden nicht verwinden können." Der Amtsschreiber von Dresden aber drohte mit "harter Execution". Da jedoch die Bauern von Hühndorf, Kaufbach und Kesselsdorf an Handfuhrlohn sowie Jagd- und Wildbretfuhrlohn noch 565 Schilling, 6 Groschen, 6 Pfennig vom Staat zu fordern hatten, wollte der Kurfürst davon die Abgabenschulden von 326 Schilling, 5 Groschen abziehen. Kesselsdorf verlangte 200 Schilling, 7 Groschen, 6 Pfennig an Handfuhrlohn und 31 Schilling, 18 Groschen an Jagdfuhrlohn. Als Anlässe für Fuhrlöhne werden u.a. genannt: "...wegen kurfürstl. Mundgetränke, wegen des Herzogs August v. Sachsen halber bis Meißen gefahren, des Oberforstmeisters Küzelburgs mobilien nach Nossen gefahren..."
Die Kesselsdorfer waren überhaupt ein beschwerdefrohes Völkchen. So beklagten sich die Gärtner und Häusler in den Jahren von 1687 bis 1689 wiederholt beim Kurfürsten über den Amtsschreiber von Dresden, der ihnen wegen der noch nicht abgelieferten Gärtner- und Häuslerzinsen von 5 Talern, 14 Groschen und 5 Pfennigen mit Pfändung gedroht hatte.

Letzte Aktualisierung ( Montag, 14 September 2009 )
 
| Sitemap | Kontakt |