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Die Geschichte

Miriquidi

So sah es vor über 1000 Jahren an der Stelle aus, wo sehr viel später das Rathaus von Kesselsdorf errichtet wurde - zumindest könnte es dort so ausgesehen haben. Denn vor der Gründung des Ortes bedeckte ein riesiger, unzugänglicher Urwald mit dem geheimnisvollen Namen Miriquidi das Meißner Land und die Hänge des Erzgebirges bis in unsere Gegend herab.

Nur wenige Saumpfade und Handelswege durchquerten das Dickicht. An einem dieser Verbindungswege dürfte der Ursprung unseres Dorfes zu suchen sein. Historisch liegt er sozusagen im Waldesdunkel, weder durch glaubwürdige Urkunden noch andere Zeugnisse belegt. Wir sind also, was die früheste Geschichte von Kesselsdorf betrifft, auf Hypothesen und vage Schlüsse angewiesen.
Die folgende kurzgefaßte Entwicklung des Ortes bis in die Gegenwart stützt sich auf die vom Heimatkreis Kesselsdorf im Jahr 2000 herausgegebene umfangreiche "Chronik von Kesselsdorf" von Egbert Steuer .



1. Vom dunklen Anfang bis zur Zeit der Reformation

Der Anfang

Die These, wonach im 12. Jahrhundert durch unser Gebiet ziehende und Neuland suchende Franken und Thüringer die Orte im Wilsdruffer Gebiet gegründet haben sollen, ist verlockend, aber umstritten. Wahrscheinlich fanden sie Kesselsdorf bereits als slawische (sorbische) Siedlung vor. Slawische Volksstämme nahmen nach dem Abzug der Germanen nach dem Westen (Völkerwanderung, 6. Jahrhundert) auch deren Platz im heutigen Sachsen ein, im Bereich der mittleren Elbe waren das die Nisaner.Sie mieden zunächst die dichten Wälder, aber Ansiedlungen an schon bestehenden Wegen, von wo aus der Wald gerodet werden konnte, sind durchaus denkbar.

Letzte Aktualisierung ( Montag, 14 September 2009 )
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2. Bier- und Dreißigjähriger Krieg

Im Jahre 1547 fiel das Dorf zu einem Teil dem Procurator-Amt Dresden zu. Der andere Teil, vermutlich aller Kirchenbesitz, fiel an das Domkapitel Meißen. In einer Akte des Domkapitels von 1555 wird als Lehnsherr für Kesselsdorf Sindicus Johann Fritsch genannt. 1562 wurde die Kirche umgebaut, was praktisch einem Neubau gleichkam. An das alte Kirchengebäude erinnert heute nur noch die spätgotische innere Westpforte und die Holzstatue "Madonna auf der Mondsichel". 1577 nennt ein Visitationsbericht Johannes Walter als Schulmeister, dem "von pfarher und gemeine gutt zeugnis" bescheinigt wird. Doch im nächsten Jahr beklagt sich der Custos, "daß der alte vertriebene Schreiber unter Merten von Schilling sich unterstehe, in gerichten zu schreiben, welches sonst des Schreibers bester Dienst sei.

Letzte Aktualisierung ( Montag, 14 September 2009 )
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3. Die Freuden der Herren und das Leid der Untertanen
Das unendliche Leid, das der Krieg dem Volke brachte, hielt den kurfürstlichen Hof freilich nicht von seiner gewohnten Lebensweise ab. Dazu gehörte die Jagd. 1646 brachte der Kurfürst die Jagd des Hans von Schönberg auf dem Rittergut Wilsdruff in seine Hand. Hochwild, aber auch Bären, Wildschweine und Wölfe wurden in großer Zahl gehegt, um zu gegebener Zeit dem Herrscher vor die Büchse getrieben zu werden. Der Schaden, den auch die Kesselsdorfer Bauern dabei durch Rot- und Schwarzwild an Saat und Feldfrüchten erlitten, interessierte die hohen Herren nicht sonderlich. Sie durften zwar ihre Fluren mit Hecken, Planken, Gräben und Zäunen umgeben, doch war es verboten, die Wehren höher als drei Ellen anzulegen und mit Spitzen zu versehen.
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4. Das Augusteische Zeitalter
So bezeichnet die Geschichtsschreibung den Zeitraum, in dem Friedrich August I. und sein Sohn Friedrich August II. als Kurfürsten in Sachsen herrschten (1694-1733/1733-1763). Beide waren als August II. und August III. auch Könige von Polen. Einer glänzenden und teuren Hofhaltung und einem zeitweise durchaus hohen politischen Gewicht Sachsens in Europa standen Not und Elend der Bevölkerung durch nicht abreißende Kriegswirren und Mißwirtschaft gegenüber. Davon zeugt nicht zuletzt die Kesselsdorfer Chronik. 
Letzte Aktualisierung ( Montag, 14 September 2009 )
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5. Vor und nach Napoleon
Das Bergbauamt Freiberg gab am 3. September 1766 eine Betrachtung zu dem Vorschlag ab, die Geleiteinnahmen von Grumbach nach Kesselsdorf zu verlegen. Bei der Realisierung, so meint das Amt, müsse neben dem Hauptgeleite nach Kesselsdorf aber in Grumbach noch ein Beigeleite für die aus Dippoldiswalde nach Nossen und Meißen Ziehenden verbleiben. Offensichtlich war ein entsprechender Vorschlag aus dem Jahre 1749 auch nach 17 Jahren noch nicht realisiert. Am 28. Oktober lehnte der Kurfürst auch den wiederholten Antrag ab.
Letzte Aktualisierung ( Samstag, 02 September 2006 )
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6. Im Königreich Sachsen
Um das Jahr 1819 war Kesselsdorf ein Amtsdorf im Procuratur-Amt Meißen. Ein Gut gehörte mit acht Einwohnern zum Religions-Amt Dresden, das übrige nebst 22 Hufen nach Meißen. Insgesamt bestand der Ort aus 45 Häusern mit 250 Einwohnern, einer unter der Inspektion Dresdens stehende Pfarrkirche und Schule. Eingepfarrt waren die Orte Kleinopitz, Kaufbach, Oberhermsdorf, Wurgwitz, Niederhermsdorf und Braunsdorf. Ebenfalls 1819 begann der Ausbau der Straße zwischen Kesselsdorf und Wilsdruff. Er war erforderlich geworden, nachdem der bisherige Verlauf der amtlichen Verkehrs- und Postverbindung von Dresden über Pennrich, Unkersdorf und Kaufbach nach Wilsdruff aufgegeben und über Kesselsdorf gelegt worden war.
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7. Von einem Weltkrieg zum anderen
Die Schlachtfelder des 1.Weltkrieges lagen zwar weit entfernt von Kesselsdorf, aber der Krieg forderte natürlich auch von den Menschen unseres Ortes unbarmherzig seine Opfer. Die Armee des Königreiches Sachsen stand unter der Heeresleitung des Deutschen Kaisers. In den kommenden Jahren wurden alle wehrdienstfähigen Männer des Dorfes zum Kriegsdienst eingezogen. Viele von ihnen kehrten nicht zurück.
Am 31. Juli 1914 gegen 16 Uhr erschienen im Ort die ersten Extrablätter mit der Verkündung des Kriegszustandes. Am Tage darauf wurde die Mobilmachung befohlen. Auch in Kesselsdorf begannen die planmäßigen Durchführungsmaßnahmen. Am 3.August 7 Uhr begann auf dem Wilsdruffer Markt die Musterung der Pferde aus den umliegenden Dörfern. Den Bauern fiel der Abschied von ihren treuen Tieren schwer, und beim anschließenden Durchzug durch Kesselsdorf waren die Pferde des Bauern Pfützner kaum zu bewegen, an dem vertrauten Eingangstor des Heimathofes vorüber zu gehen. Der Militärverein stellte Wachtposten an den errichteten Straßensperren für Automobile auf - es könnten ja Spione drin sitzen.
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8. Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts
Die komplizierte Situation, die nach Beendigung der Kampfhandlungen entstand und alle Lebensbereiche in den Ortschaften umfasste, musste vorerst von der Bevölkerung selbst und von der Roten Armee bewältigt werden. Es begann der Versuch eines demokratischen Wiederaufbaus im Lande. Ehemalige politisch inhaftierte SPD- und KPD-Mitglieder sowie junge, aufbauwillige Kräfte gingen daran, die Kriegsfolgen zu beseitigen. In allen wesentlichen Fragen lag jedoch die Entscheidungsgewalt bei den sowjetischen Besatzungbehörden.
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 03 September 2006 )
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